Freitag, 3. Oktober 2014

34. Funchal - La Palma - La Gomera
"Auf zu den Kanaren"


Die Marina in Funchal war etwas heruntergekommen und dadurch, dass nur wenige andere Gastsegler da waren, ergaben sich kaum neue Bekanntschaften oder Steg-Schnacks. Wir genossen alle die gemeinsame Zeit mit meinen Eltern, die ganz in der Nähe der Marina ihr Hotel hatten. Neben schon erwähnten schönen Ausflügen nutzten wir auch das ein oder andere Mal ihren Hotelpool auf dem Dach, wenn es allzu heiss war.

Nachdem meine Eltern Funchal den Rücken gekehrt haben, haben auch wir unsere Segel gelichtet, nein gestrichen und uns auf den Weg gemacht. Da nicht viel Wind angesagt war, dachten wir, fahren wir einen Hafen weiter, nach Calheta. Noch nicht gleich rüber zu den Kanaren. Als dann eine kleine Brise kam, nahmen wir, optimistisch wie eh&je, doch wagemutig Kurs auf La Palma. Zur Verabschiedung zeigten sich am Horizont die schwarzen Rückenflossen von ein paar Walen. Um Madeira gibt es schon eine Menge Getier im Wasser, nicht umsonst die tausend Buden im Hafen, die allerlei Touren von Whale-Watching bis Big Game Fishing anbieten.

Für die Überfahrt von 230 Seemeilen brauchten wir ca. 55 Stunden. Wie wir es schon gewohnt sind, erstmal fast einen ganzen Tag mit Motor, weil der Wind dann doch zu schwach war bzw. wir zu ungeduldig zum Dümpeln, dann aber den Rest glücklich unter Segeln.
Der Atlantik schaukelte uns sanft mit seinen langen Wellen. Madeira war noch lange achteraus zu sehen, dann als es dunkel wurden die Lichter der Insel. Ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse, wir segelten gemütlich vor dem Wind Schmetterling, heisst, das Vorsegel zur einen Seite ausgebaumt, das Gross auf der anderen und liessen uns vom Wind nach La Palma schieben.

In der supermodernen sauberen Marina in der Hauptstadt Santa Cruz lagen nur wenige andere Segler, vermutlich wegen seines Rufs, nicht der geschützteste zu sein und dass bei bestimmter Windrichtung starker Schwell aufträte, der sogar Poller aus der Verankerung der Stege reisst. Wir hatten Glück und nur ein wenig davon. Wir blieben ein paar Tage und nahmen uns ein wenig Zeit für die Insel und natürlich auch für MULINE. Zum einen haben wir ein lästiges, nachtschlafstörendes Kabelgeklapper im Mast
behoben, während die Kinder im beaufsichtigten Marina-eigenen Indoor-Spielplatz tobten.
Wenn mal was ins Wasser fällt ... im Hafen

Ausserdem hat Christoph den Autopiloten, eins unserer wichtigsten Babies, zum Warten auseinander- und wieder zusammengebaut. Dann haben wir, angefixt von den Touren in Madeira, für zwei Tage ein Auto ausgeliehen. Sehr billig, für 25 Euro am Tag und nicht das kleinste. Das kann man sich mal leisten.
Zumal wir so den riesigen Vulkankrater im Inselinnern und die jungen Dinger von 1971 an der Südküste (bei Vulkanen kann man das so sagen), ein schönes Meeres-Schwimmbecken besuchen, ja eigentlich die ganze Insel abklappern konnten. Und dazu noch einen Grosseinkauf in einem Lebensmitteldiscounter.

So gut gerüstet, machten wir uns nach fünf Tagen wieder auf den Weg, zur nächsten kanarischen Insel, La Gomera. Unterwegs lasen wir im frisch geschenkt bekommenen kopierten Hafenhandbuch Canary Islands, dass man üblicherweise die Inseln genau von der anderen Seite her, also von Ost nach West aufrollt wegen der dort vorherrschenden Winde. Nun ja, zu spät, wir versuchen eben unseren eigenen Weg. Zum anderen stand dort auch etwas über sogenannte Acceleration-Zones um die Inseln. Heisst, dort könne der Wind innerhalb von hundert Metern einfach mal auf oder um 25 Knoten auffrischen. (Das konnten wir nicht 100%ig übersetzen.) Auf jeden Fall - Obacht! Zur Sicherheit segelten wir mit einem Reff im Gross und unter besonders achtsamer Beobachtung des Wassers ringsherum. Nur die Kinder waren wieder tiefenentspannt und malten und bauten Klammerboote, dass jeder Bootsbauer neidisch werden könnte.
Aber nüschte, wir liefen wieder sicher und sanft in unseren neuen Hafen auf La Gomera, San Sebastian ein.













Kommentare:

  1. Die Richtung macht schon Sinn - schliesslich heisst das Ziel Fuerteventura innerhalb der nächsten zwei Wochen!!!
    Prost Uli

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  2. So sieht es aus :-)
    Ein kräftiges Prost zurück von Christoph

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  3. Es war mir bisher gar nicht bewusst, wie schön so ein Wolken- Potpourri ist. Katja, Du zeigst uns den Himmel und die See von ihrer spannendsten und schönsten Seite. B.

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