Donnerstag, 14. August 2014

27. Baiona (ESP) – Viana de Castello (P)
Neues Land, Familientreffen und ein Achtzehnter“

Anker hoch und los ging es um 10:00 Uhr mit guten 5,5 Knoten unter Motor Richtung Familientreffen. Max als ambitionierter Steuermann übernahm das Ruder für einen Grossteil der Zeit, so dass Katjuscha in aller Heimlichkeit den Ofen anschmeissen konnte, um einen Geburtstagskuchen zu brutzeln. Der Herr Skipper stand mit Ratschlägen beiseite und versucht ansonsten gut auszusehen.
Gegen 17:00 Uhr legten wir im Yachthafen von Viana de Castello bei Jetskigetöse an. Letzteres wurde gleich als passende Geburtstagsbeschäftigung für den kommenden Hafentag in das Programm aufgenommen. Nachdem wir meine Elten von unserer Ankunft telefonisch informierten, trennten sich diese von der örtlichen Touristeninformation und düsten zum Steg. Diesmal waren wir es wirklich, Gerd hatte bereits bei verschiedenen Booten auf gut Glück wie wild voller Wiedersehenseuphorie Wink- und Begrüssungstiraden vergebens verschossen und war dann seiner Frau gefolgt, die die Konkurrenz (ehemalige Tourismuschefin von Stralsund) begutachten wollte.

Nach einer zünftigen Begrüssung erhielten wir unsere Bestellungen aus Deutschland, angefangen bei 20 Dosen Nudossi für den kommenden Monat, über Petroleum für unseren Herd bis zum Bollerwagen, der unseren Radius um den Hafen erweitern sollte.
Mitbringsel aus der Heimat
Max 18. Geburtstag begann mit einem entspannten Frühstück. Danach rasten wir mit den Jetskis durch die Gegend und zum Abend hin gab es ein Drei-Generationen-Rennen (Gerd als schon ziemlich alter Mann :-), Max als jungscher Spratzi und ich im besten Mannesalter) den Ortsberg hoch mit gefühlten 700 Höhenmetern. Max, wie sollte es anders sein, als Geburtstagskind, gewann. Danach genehmigten wir uns alle drei und das wird Uta die Mama von Max jetzt sicher gerne hören einen Cuba Libre.

28. Viana de Castello (P) – Porto (P)
Eine Männerrunde mit Matilda als Anstandsdame“

Die nächste Etappe kam frischer Wind in die Crew – ich stieg um zu Birgit in den VW-Bus und Gerd stieg auf an Bord. Einmal auf dem Atlantik waren seine Worte. Nur leider schien es kein besonders aufregender Törn zu sein, ich registrierte wenig Wind und teilweise von vorne und sehr verhaltenen Sonnenschein bis hin zum Nieselregen.

Zwei Monate in keinem Auto mehr gesessen und auch sonst keine hohen Geschwindigkeiten mehr gewohnt, kamen mir 100 km/h schon recht rasant vor. Da wir wussten, dass wir für die 70 km bedeutend weniger Zeit brauchten als die Segler, liessen wir uns Zeit und bummelten noch einmal gelassen durch die liebevoll geschmückte Altstadt von Viana, stiegen dann gemütlich ins Auto und erledigten unterwegs noch einen Grosseinkauf. Und waren dann trotz Gesuche einer bzw. DER Marina (Porto ist eine riesige Stadt und wir haben vorher gar nicht über das Ziel gesprochen) kreuz und quer durch Porto („Hier müsste das Wasser sein.“) drei Stunden eher am Ziel. Wir holten uns telefonisch schnell die Bestätigung, dass es die richtige war (Marina Douro) und machten uns noch einmal auf den Weg in die Stadt. Das Auto wurde auf einem nahegelegenen Parkplatz abgestellt, wo es ein öffentliches Waschhaus gab mit lustig improvisierten Wäscheleinen.
Wir nahmen erst ein Wassertaxi, dass uns von der Marina über den Douro brachte und dann den Bus.
Als wir zurückkamen, waren auch die Segler inzwischen schon festgemacht am Steg.

Den nächsten Tag ging es zu Fuss los zu einer schmackhaften Portwein-Verkostung und zur Erkundung der beeindruckenden Altstadt von Porto. Hatten wir doch jetzt den praktischen Bollerwagen, in den wir die Kinder reinsetzen konnten.

Leider erwies sich der bei sachgemässem Gebrauch als qualitativ nicht sehr hochwertig, so dass wir ihn, sobald wir in Lissabon sind, zurücksenden werden. Aber ein neuer (anderes Modell) ist schon bestellt und wird in die Marina Lissabon geliefert, da das doch ein Zugewinn an Lebensqualität ist.

Max stieg am folgenden Tag bei Anbruch des neuen Tages ab und wurde von Birgit und Gerd mit nach Lissabon genommen, da von dort sein Flieger nach Hause ging. Und wieder einmal haben wir es nicht hinbekommen, ein Crew-Foto von uns schiessen zu lassen. Sowas aber auch!
Wir waren schon etwas traurig, hat er doch das Leben an Bord bereichert, indem er oft gesteuert hat, sich viel mit den Kindern beschäftigt und herumgealbert hat (man denke nur an das ausdauernde Zähnegeputze, den Strandausflug mit Matilda-aus-dem-Wasser-Rettung - wo sie heut noch von erzählt, Skipper-Beschäftigung mit Laufgesellschaft und Schachrunden, Mittagsessen-Abwasch etc.). Nun sind wir Vier auf uns „allein“ gestellt.

Mittwoch, 13. August 2014

26. Bueu (ESP) – VIGO (ESP) – Ile de Cies (ESP) – Baiona (ESP)
Angler-Glück und Prozessionen und ein karibischer Strand“

Unsere nächste Etappe führte uns in die Ria de Vigo, einer der letzten spanischen Fjorde an der Nordküste und in den Hafen von gleichnamiger Stadt Vigo.
In der Einfahrt in die Ria hatten wir das erste Mal Angelglück mit unserer neu in Brest erworbenen Schlepp-Angel-Leine. Und siehe da, eine Makrele nach der anderen biss an. Das hatten wir uns seit den geschenkten Makrelen vom Fischer in Bologna gewünscht. Bei Nummer sechs mussten wir leider die Angel einholen, da die Hafeneinfahrt nahte. Für alle Nachahmer: Geschwindigkeit 3-4 Knoten, schöne kleine bunter Blinker – an dieser Stelle nochmal ein Petri Heil! an meinen Angelfreund Dietmar von der SY Summer, der uns auch als erster darauf hingewiesen hat, dass unser Artikel in der aktuellen Yacht-Ausgabe erschienen ist. Wir haben uns die App der Ausgabe herunterladen können inzwischen. Richtigstellung: Ich heisse nach wie vor Katja Hanoldt :)))
vorher

nachher
Kurz vor Vigo gab uns ein Stralsunder Kumpel von Christoph noch ein paar Tipps für die Gegend und falls wir irgendwelche Probleme hätten, er hätte da ein paar gute Freunde. Wie von oben gelenkt, bekamen wir dann auch nicht viel später ein kleines Problem zum Lösen - der Lüfter von Christophs Laptop fiel aus, so dass wir die Hilfe von Maik gleich in Anspruch nahmen und gefühlte 10 min später sass sein spanischer Freund Jorge bei uns an Bord und gab uns die Adresse des zuverlässigsten Reparaturservice vor Ort. So funktioniert ein gutes Netzwerk. Toll!
Sie brauchten dann ein paar Tage länger als wir bleiben wollten für die Reparatur wegen der Ersatzteilbeschaffung, aber Jorge hat ihn inzwischen abgeholt und nach Lissabon in eine Marina geschickt, wo wir ihn wieder heil in Empfang
Christoph katapultierte sich förmlich ins Hafenbecken, um eine ihm entglittene (schon geputzte) Makrele wiederzuholen.
nehmen können.
Vigo hat mir wieder sehr gefallen, eine schöne grössere spanische alte Stadt. (Ich steh auf grosse Städte mit Leben - fällt mir zunehmend auf.) Und zufällig konnten wir auch einem katholischen Spektakel beiwohnen. Am Sonntag prozessierten feierlich herausgeputzte Einwohner mit meterlangen Kerzen zu chleralen Chören durch die Strassen zu einer alten Kirche.

Von Vigo machten wir einen Abstecher zur nahegelegenen Isle de Cies. Den weltschönsten Strand nach Meinung der britischen Zeitschrift „Tribune“ (Quelle Wikipedia) konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir ankerten an einem Nachbarstrand, der aber mindestens ebenso eindrucksvoll schön war. Türkises kristallklares Wasser, weisser Sand, grüne Insel. So wie im Bilderbuch. Eine Menge Motor- und Segelboote ankerten mit uns in der Bucht. Viele Spanier. Wir machten unser Schlauchboot flott und Max schwamm zum Ufer. Das Wasser war noch nicht ganz so warm, ca. 16 Grad. Also ich hüpfe da nicht einfach so rein.

Gegen Abend legte eins nach dem anderen Boot wieder ab, was uns etwas stutzig machte. Im Gespräch mit Einheimischen erfuhren wir, was wir vorher schon als Gerücht kannten, dass man eine Erlaubnis braucht, um dort über Nacht zu ankern. Ist ein Naturschutzgebiet. Wir wägten kurz ab, ob wir es drauf ankommen lassen, eine Strafe zu bezahlen, aber nach einem Abendbrot am Strand auf Decken sprangen wir wieder ins Schlauchboot und gingen an Bord, lichteten den Anker und segelten nach Baiona, ganz in der Nähe. Dort liessen wir den Anker wieder herab (wieder eine Nacht Hafengebühr gespart) und segelten nächsten Morgen weiter. Wollten wir doch Birgit und Gerd (meine Schwiegereltern), die sich von Stralsund aus mit ihrem VW-Bus auf den Weg gemacht haben, in Viana de Castello treffen.

Sonntag, 3. August 2014

Haben grad die Info erhalten, wir sind in der aktuellen Yacht-Ausgabe drin. Alle Angaben ohne Gewähr, weil wir habens noch nicht sehen können...

 Jetzt haben wir s gesehen. Bis auf ein paar kleine Unstimmigkeiten (ich z.B. noch nach wie vor Katja Hanoldt, Christoph keinerlei Probleme im Job, statt 12 16 Monate...) gefällt er uns sehr gut.

Samstag, 2. August 2014

24. La Coruña – Camariñas



Erst Entspannung dann Hochspannung“

Nach dem zweihalbtägigen Biskaya-Aufenthalt haben wir in La Coruña erst einmal die Beine hochgelegt. (Ohhh, ehh Max murmelt gerade ein Entschuldigung, nachdem er mir in den Rücken pupst. Wie soll man sich so beim Schreiben konzentrieren.)
La Coruna war super, mit Essen gehen, zwei Joggingtouren um die Altstadt, neuen Bekanntschaften zu alten Schweden, Mittelalterfest....

(Anmerkung Katja: La Coruña ist eine quirlige interessante Stadt am Meer – ich hatte das Gefühl, hier gibt’s viel zu Entdecken, Kultur, Geschichte, Läden, ....würde gern mal hier für eine Weile leben. Allerdings sind wir mit den Kindern in unserem Radius immer etwas begrenzt, ich nutze oft ihren Mittagsschlaf und flitze schnell mal durch die City. Und freue mich, wenn ich meine Spanisch-Kenntnisse anwenden kann.
So sind wir auf die Idee gekommen, ein Bollerwagen, natürlich wegen Platzmangel klappbar, muss her....ist bestellt und den bringen Gerd und Birgit (Schwiegereltern) mit nach Portugal.
Habe jetzt auch Kochen mit Schnellkochtopf „entdeckt“ - es gab schon Coq au cidre, Apfel-Birnen-Aprikosenmus und Linsensuppe)

Nach drei kompletten Hafentagen hat es dann aber auch wieder gereicht, das Meer hat gerufen und wir sind diesem Ruf gefolgt. Das Ziel war Camariñas, unser letztes Etappenziel vor der Rundung des berüchtigten Cap Finistere. Mit entspanntem Rückenwind (Nord-Ost-Wind) und ausgebaumter Genua ging es sehr gut voran. Kurz vor dem Ziel noch ein schneller Blick ins Hafenhandbuch. Demnach soll Camariñas ein fast allseits geschützter Hafen sein mit Ausnahme von Nord-Ost-Wind. Letztere Aussage wurde vom doch so weisen Skipper als wahrscheinlicher Schreibfehler betitelt, da der Hafen ziemlich im Norden dieser Bucht liegt und demnach mit Sicherheit auch bei Nord-Ost Schutz bietet.
Kurz vor der Ankunft frischte der Wind noch ein bisschen auf, so dass wir vor der Hafeneinfahrt nachdem wir alle Segel unten hatten mit voller Fahrt gegenan nur noch knapp zwei Knoten durchs Wasser machen konnten. Na ja halb so wild, Häfen sind ja meist geschützt. Weit gefehlt in diesem Fall, bei in Augenscheinnahme der Steganlagen, die voll im Wind lagen, wie es das Hafenhandbuch schon prophezeite, stellten sich beim doch so weisen Skipper erst einmal die Nackenhaare auf. Die Stege war so dicht beieinander, dass es mit der Muline und bei diesem Wind nur einen Versuch gab. Gross rangieren würde unweigerlich zu Kleinholz führen. Da sprang auch schon der Hafenmeister herum und zeigte uns, wo wir uns hinlegen sollten. Ohne lange zu überlegen, folgten wir seinen Anweisungen und ohhh Wunder mit Ausnahmen von einem kleinen Kratzer am Bug von zu viel Schwung und dann der Stegbremse klappte unser Anlegemanöver ohne unsere Haftpflichtversicherung bemühen zu müssen. Der weise Skipper sackte erst einmal in sich zusammen, dankt der Mannschaft für deren Abhalteheldentat und genehmigt sich ein Bier.


(Anm. Katja: Ich kann bestätigen, der Skipper untertreibt nicht, das war wirklich ein schnelles Anlegen – ich denke, ich stand unter Schock und hab nur gedacht, gleich schepperts, viel zu viel Schwung und da kommt er niemals rum um die enge Kurve. Irgendwie lagen wir im nächsten Moment aber doch sicher und festgemacht am Steg. Ich weiss, das sind keine beruhigenden Zeilen, aber ich denke doch, wir haben`s einfach drauf ;)
Eigentlich wollten wir in der Ria das erste Mal ankern, aber da bei der Ankunft so viel Knatter war, sind wir lieber in den besagten kleinen Hafen und blieben dort auch die nächste Nacht aus Bequemlichkeit und des überzeugenden Preises wegen – nur 14 Euro.)
Christoph hatte wieder mal die Idee, reinkommende Fischer nach Fisch zu fragen und so bekamen wir eine Tüte mit ca. 3 kg Sardinen und kleinen Tintenfischen in die Hand gedrückt – geschenkt! Nun ging das grosse Putzen los....



25. Camariñas (ESP) – Ria de Muros (ESP) – Ria de Pontevedra (ESP)

Christoph: Am nächsten Tag ging es dann am Kap Finistere lang. Es waren 6 Windstärken, die aber ablandig und für uns mehr oder weniger von hinten angesagt. Dank der Aussage von unserem spanischen Nachbarn, dass wäre bei diesem Wind ein Klacks, machten wir uns Macht unserer Wassersuppe auf den Weg. Und der Spanier sollte recht behalten. Völlig entspannt mit Ausnahme des Skippers, der immer auf die 6 Windstärken wartete, fuhren wir in knapp 2 Seemeilen bei 2- 3 Windstärken am Kap vorbei.

Katja: In der Rias de Muros haben wir dann zum ersten Mal geankert, in 6 m Tiefe, so dicht am Ufer, dass ich die sonnenwarmen Nadelbäume riechen konnte. Das Ankerausbringen ist noch etwas gewöhnungsbedürftig. Und nachts kamen ständig starke ablandige Böen (wie Fallwinde), so dass nix war mit ruhigem Schlaf. Christoph war gefühlt alle Stunde draussen und checkte, (trotz im GPS eingestelltem Ankeralarm auf 0,01 nm!!!), ob das Ufer nicht heimlich dichter gekommen ist oder wir schon irgendwo draussen schaukeln. Um den Schlaf für die kommende Nacht zu sichern, verholten wir uns tags darauf in den kleinen Hafen von Muros.
Bei einem kleinen Sprung an Deck – ja, barfuss! - kam ich genau auf einen metallenen Beschlag auf. Auaaua....und musste einen Tag an Bord rumsitzen. Hab jetzt ein schönes Hämathom unter der Fusssohle (Mein Jahr der Blutergüsse). Zur Abklärung, dass es nix Schlimmeres ist, bin ich mit einem Taxi schnell in ein kleines Krankenhaus gefahren. Alles gut, eine Woche schonen und dann ists wieder ok. (EINE WOCHE schonen???) Zum Glück hats dann doch nur den einen Tag gedauert und ich war wieder fast vollständig einsetzbar.

Bei der Weiterfahrt in eine der nächsten Rias - Max und Christoph hatten den Sextanten ausgepackt, um zu üben, die Sonne anzupeilen, wunderte ich mich gerade noch über den komisch aussehenden Horizont, schon waren wir drin in einem Seenebelgebiet. Es bereitete den Jungs sichtlich vergnügen, unser oldschool Nebelhorn auszuprobieren. Zum Glück arbeiteten das GPS und unser Radar zuverlässig, so das auch dies keine grosse Hürde für uns wurde.

Wir suchten uns eine schöne Bucht direkt vor einem breiten Sandstrand und warfen den Anker. Falsche Redewendung, der Anker wird ausgebracht, nicht einfach geworfen. Schon etwas routinierter und zuversichtlicher ob des Haltens des Ankers.

Donnerstag, 24. Juli 2014

22. Ile d`Oussant (FRA) – Brest (FRA)

Feuerwerk zum Fussball-Weltmeister?“

Auf der Ile d`Oussant sind wir am nächsten Tag mit Fahrrädern über die Insel gegurkt, bei Nieselregen und Bewölkung. Die Insel hatte trotzdem ihren Charme. Am späten Nachmittag sind wir dann weitergesegelt, nach Camaret und von dort am nächsten Tag weiter - ein Katzensprung nach Brest.

In Brest – unserem Absprungort für die Biskaya lagen wir eine ganze Woche. Haben allerdings einmal den Hafen gewechselt. Der erste war näher an der City.

Dort haben wir auch auf einer Riesenleinwand zusammen mit vielen anderen Menschen das Fussball-WM-Finale geschaut. Um Mitternacht gab es dann beim Hafen ein schönes Feuerwerk. Ich staunte, dass die Franzosen unseren WM-Titel feiern. Am nächsten Tag, als ich die Hafenmeisterin nach dem nächsten Bäcker fragte, meinte sie, wäre alles zu – ist ein Feiertag. Alles klar, der französische Nationalfeiertag. Deshalb auch die vielen Menschen und das Feuerwerk.
Nach ein paar Tagen zogen wir um, einmal quasi um die Ecke. Da lagen wir dann gemütlich noch ein paar Tage, ein Strand war in der Nähe. Wir erledigten zwei Grosseinkäufe mit der Sackkarre im nahegelegenen Supermarkt (ca. 2km) und angelten viel und erfolgreich. Wir suchten Kontakt zu einer Gruppe
Einheimischer, die ein paar Meter neben unserem Boot am Steg eine Dorade nach der anderen rausfischten. Nachdem wir uns die Technik abgeschaut und ein paar Köder geschenkt bekamen, hatten wir auch Erfolg. Es reichte sogar, um Dietmar von der Summer zum Mittag miteinzuladen, der seine Dorade und einen Aal beisteuerte.
Und es gab einen kleinen (Torda-?) Pinguin, den wir immer mal im Hafen sichteten.
Überhaupt sammelten sich in der zweiten Marina so nach und nach ein paar deutsche Boote an. Eine schöne Gemeinschaft. Und nebenan war ein grosses Wassersportzentrum und es schien, dass Segeln, Surfen und Kanufahren zum Schulunterricht in Frankreich gehören, da grosse Gruppen an Kindern auf dem Wasser unterwegs waren. Ist uns schon in der ganzen Bretagne aufgefallen. Jetzt ist mir auch klar, warum unsere Freundin Pascaline (eben von dort) so wassersportlich ist.
Nach einer Woche beschlossen wir, die Biskaya in den Angriff zu nehmen. Nach Christophs Wetterbeobachtung ein günstiger Zeitpunkt. Wir sprachen nochmal mit einem einheimischen Skipper. Unsere Vorhersage war, Wind aus günstigen Richtungen, aber vielleicht ein wenig schwach. Aber lieber so und zur Not motoren, als zuviel Wind. Die Biskaya hat da ja so einige Geschichten auf Lager. Meine Vorstellungen, dass sich in Brest schnell eine Gruppe von Gleichgesinnten finden würde für die Biskaya-Überquerung hat sich so nicht erfüllt.

Die Kinder hören übrigens oft und gern das Hörspiel „Der kleine Drache Kokosnuss“ an Bord. Und schmökern in ihren vielen kleinen bunten liebevoll illustrierten Pixie-Büchern. Mit der Hand-Reibe haben wir schon die ein oder andere Schüssel mit leckerem Apfel-Möhren-Salat gefüllt. Und das köstliche selbsthergestellte Olivenöl ist natürlich schon längst alle. Die Ikea-Wäschespinne ist eine super praktische Erfindung. Die Holzkiste zum Öffnen zu einem späteren Zeitpunkt wartet noch brav in einer Ecke im Salon. Um nur ein paar von den schönen Geschenken von Freunden und Familie zum Abschied zu erwähnen.

Haben übrigens nochmal von „unserem“ Delfin gehört. Der ist in der Gegend schon bekannt. Ein Skipper erzählte uns, bei ihnen hätte er sich nachts um drei am Boot geschubbert und laut geplatscht, so dass die Besatzung dachte, da ist ein Mann über Bord gegangen.


23. Brest (FRA) – La Coruña (ESP)
Die berühmt-berüchtigte Biskaya“

66 Stunden brauchten wir, um die Biskaya zu überqueren. Den ersten Tag hatten wir guten entspannten Wind zum Segeln. Am zweiten wurde er schwächer, so dass wir dann die Nacht durchmotoren mussten. Und am dritten frischte er so weit auf, dass wir alles gerefft haben, was ging. Und hofften, dass er nicht noch stärker wird (mein einzig negativer Gedanke). Die Wellen waren schon recht hoch und kamen von schräg hinten, so dass die Muline wieder ordentlich durchgeschüttelt wurde.






Ansonsten wurden wir öfter von einer Gruppe kleiner Delfine begleitet (wir sahen übrigens viel mehr Delfine als andere Segelboote), die lustig in Zweier-und Dreier-Formationen aus dem Wasser sprangen, flink durchs Wasser glitten und behende unter unserem Boot durchtauchten. Sehr gut zu beobachten in dem klaren blauen Wasser. Eine schöne Abwechslung.

Unser Wachsystem – Christoph 21-24, ich 0-3 und Max 3-6 stellte sich als ganz praktikabel heraus.
Als ich alleine in der Plicht sass, war es ringsum düster wie im Bärenpo, obwohl tausend Sternlein prangten und ein wenig Plankton im Fahrwasser fluoreszierte. Das Wasser rauschte und unsere zuverlässige Windsteueranlage knarzte vor sich hin. Ab und zu musste ich den Kurs überprüfen und meine Äuglein anstrengen, um andere Boote im Dunkeln zu entdecken auf eventuellen Kollisionskurs abzuschätzen. Und natürlich unsere Daten alle Stunde ins Logbuch eintragen. Die drei Stunden gingen schnell vorbei und ich konnte mich wieder in die Koje kuscheln.

Wir stellten fest, dass das Schönste am Segeln doch immer wieder das Ankommen ist. Meine Müdigkeit war verschwunden, als wir um drei Uhr nachts in die hellerleuchtete Bucht von La Coruña einliefen.
Und waren auch sehr froh und auch ein wenig stolz, dass wir so gut durch die Biskaya gekommen sind.

Sonntag, 13. Juli 2014

19. Cherbourgh (FRA) – Alderney (Kanalinseln) – Guernsey St. Peter Port (Kanalinseln)

Nach drei Tagen in Cherbourgh war Christophs Geduldsfaden dann doch kurz vor gerissen und so machten wir uns wieder auf den Weg.
Ein schönes Kontrastprogramm mal wieder – Cherbourgh Volksfest in moderner Marina mit Verkaufsständen, Liege-Spielwiese, Lautsprechermusik und Hüpfburg und Alderney, die erste auf dem Weg liegende britische Kanalinsel - eine kleine ruhige Insel mit grüner Natur. Dort gab es keine Marina. Wir haben uns schon belesen, dass man dort an einer Muringtonne in einer geschützten Bucht festmachen kann. Fand ich sehr spannend. Mal wieder etwas Neues. Nix mit „Beine über die Reling schwingen und an Land stehen“.
Jetzt ist wieder Benzin drin.


Gleich nach der Ankunft hiess es, das erste Mal das Schlauchboot aufpusten und ins Wasser lassen, damit wir auch an Land kommen. (Na gut, im Garten von Christophs Eltern wurde es schon einmal probe-aufgebaut, aber natürlich noch nicht benutzt). Wie es kommen muss, der Motor sprang nicht an. Enttäuschung. Aber die Ursache war schnell gefunden, kein Benzin mehr drin. Muss wohl unterwegs verloren gegangen sein. (Wie, da hatten wir keine Idee.) Also nahmen Christoph, Max und Emil ein Wassertaxi und besorgten einen Kanister Treibstoff, während Tilda und ich an Bord blieben.
Mit meiner Bade-Sehnsucht, die sich in Cherbourgh stark aufgebaut hatte (sehr heiß und sonnig), wurde es erstmal nichts, weil Alderney uns grau und regnerisch empfing und auch den nächsten Tag wurde es nicht besser.
Am dritten Tag bin ich morgens alleine ins Schlauchboot gestiegen und zum Steg gefahren, den Berg hoch in das kleine Städtchen gewandert, um Brötchen fürs Crew-Frühstück zu besorgen – aber es war ein Sonntag und dementsprechend Totentanz und geschlossene Läden.
Alderney
Nach dem Frühstück machte ich mich nochmal auf den Weg an Land, zusammen mit Emil (Christoph und Tilda brauchten Ruhe für ihr verfrühtes Mittagsschläfchen). Waren schön am Strand, Sandburg bauen und kleine Schätze (Steine, Muscheln, Federn und Stöckchen) sammeln.
Erst am Abreisetag zeigte sich nachmittags die Sonne und blauer Himmel. Sogleich sah die Bucht aus, wie im Prospekt. Türkises klares Wasser und eine grüne Insel. Aber es herrschte ein kühler, stetig zunehmender Wind. Der Christoph ein wenig Kopfzerbrechen bereitete, ob unserer Weitersegel-Pläne. Um die Insel herum gibt es starke Strömungen, den Swinge und den Race.
Laut Auskunft des Hafenmeisters sollte aber für uns 16:25 Uhr die beste Zeit zum Ablegen und Guernsey Ansteuern sein, da dann der Strom mit uns ist und auch später der Wind auf NW drehen sollte.
So bereiteten wir alles vor, verstauten das aufgepustete Schlauchboot auf dem Vorschiff (gerade so eingepasst) und starteten.

El Capitano
Die Segeletappe war wieder ohne besondere Vorkommnisse.
St Peter Port - Guernsey


Finde Muline!
St. Peter Port auf Guernsey empfing uns im Abendlicht, eine tolle Kulisse – ein Städtchen in der Bucht direkt an der Marina an einen Hang geschmiegt mit vielen alten Häusern, Steintreppen und Unmengen an Blumen geschmückt. Schnell das Abendbrot eingenommen, die Kinder zu Bett gebracht und Max als Aufpasser eingeteilt – dann bin ich mit Christoph noch kurz durch die engen steilen Gassen flaniert und wir haben ein kühles Bier in einem Pub getrunken. Der nächste Tag war ein Hafentag mit Wäsche waschen, ein wenig Lebensmittel einkaufen und herumspazieren.


20. Guernsey St. Peter Port (Kanalinseln) – Roscoff (FRA) – L'Aber Wrac'h (FRA)
Frühaufsteher“

Jetzt sind wir in der Bretagne.

Heut morgen sind wir im Konvoi mit ein paar Norwegern und unseren deutschen Nachbarn losgesegelt. Es hat sich im Hafen in St. Peter Port herumgesprochen, dass viele die günstige Strömung nutzen und um 6 Uhr starten wollten. Da wir im Päckchen lagen zu dritt und sowieso mit aufstehen mussten, um die anderen „rauszulassen“, entschieden wir, wir segeln auch so früh los. Nächste Chance wäre auch erst wieder 12 Stunden später gewesen.

Etwas verknittert und verschlafen standen Christoph, Max und ich an Deck und starteten in den Tag, während die Kinder trotz Aufbruchslärm und Motor noch schliefen.

Ohne Probleme erreichten wir die französische Küste.
In Roscoff, einer neu gebauten Marina, liehen wir uns am nächsten Tag (ein Hafentag) Fahrräder aus. Emil sass im Kindersitz bei Max mit drauf, Tilda bei Christoph und ich hatte einen Kinderanhänger für unsere Einkäufe. Nach der Verproviantierung und Mittagessen an Bord (es gab frisch gekauften Lachs mit frisch gepflücktem Fenchel aus Alderney) fuhren wir zu einem kleinen Strand im Ort. Die Kinder badeten und tollten im Sand herum. Uns war der Wind noch ein wenig zu kühl und unser Motto: „Warum jetzt abquälen, wir kommen noch in warme Gewässer.“



Der Gezeitenströmung geschuldet sind wir am nächsten Tag wieder früh los (um 7 Uhr), wie gehabt - wir verschlafen an Deck, die Kinder noch schlummernd in ihrer Koje.
Kaum nach der Ausfahrt aus dem geschützten Bereich kamen uns grosse Wellen entgegen, die Muline aber souverän abgesurft hat und Max und Emil kurzzeitig ausser Gefecht gesetzt haben. Mussten leider wieder viel motoren, um den Kurs zu halten, da der Wind nicht so richtig von West (unser Kurs) auf Nordwest drehen wollte, wie eigentlich angesagt.

Stromausfall“
Im nächsten Hafen – L'Aber Wrac'h, war Abends plötzlich Stromausfall, nichts ging mehr. Ein Glück, dass wir nicht gerade auf See waren.
Tags darauf entdeckten wir ein Wackelkontakt am Hauptschalter.
Dietmar von der „Summer“ kam uns besuchen und wollte technische Hilfestellung für unser Pactor-Modem geben. Wir sind jetzt neu in einer Funkrunde (jeden Tag 10:15 Uhr piepst jetzt Christophs Handy als Reminder) und haben so die Möglichkeit, neue Kontakte zu anderen Crews zu bekommen und uns auszutauschen.


21. L'Aber Wrac'h (FRA) – Ile d'Quessant - Baie du Stiff (FRA)
Kampf mit Flipper“

Da wir das Stromproblem insoweit schon gelöst haben, dass wir wissen, wo der Fehler liegt, sind wir doch noch nachmittags gestartet, zu einer ca. 19 Seemeilen entfernten Insel, die uns Pascaline, eine bretonische Freundin aus der Schweiz empfohlen hatte.
Unterwegs nahm der Wind ab und wir motorten mal wieder. Es war so ruhig, dass Christoph schon vorn an Deck mit Max und Emil das Schlauchboot klarmachte. Wir wussten schon, dass wir hier in der Bucht an einer Muringtonne festmachen müssen, und somit wieder das Beiboot zum Einsatz kommen würde.
Wir fuhren rein in die schöne Bucht und als das Anlegemanöver schon im vollen Gange war, tauchte auf einmal ein Delfin unter unserem Boot durch. Ich war so aufgeregt und freute mich, dass ich erstmal ordentlich abgelenkt war, sehr zum Verdruss des Skippers.
Trotzdem erwischten wir mit dem Bootshaken die Muringtonne, die wir uns ausgesucht hatten, gut. Nun musste unsere Festmacherleine durch die Öse gezogen werden. Das fand Flipper so toll, dass er anfing, wie wild mit der Muringtonne wie mit einem Ball zu spielen und immer aus dem Wasser sprang und uns mit Wasser bespritzte. Ein tolles Spektakel. Ich war äusserst erheitert, während Christoph recht genervt war und versuchte, die Leine durchzufädeln. Drei Mal schlug Flipper Christoph bei seinen Sprungmanövern die Leine aus der Hand. Wirklich, urkomische Situation. Christoph absolut nicht amüsiert, seiner Aussage nach „quaddernass“ und seinen Bootshaken in Gefahr sehend. Max und ich voller Freude. Und für die Kinder war es auch ein super Schauspiel. Als wir dann bei einem zweiten Anlauf festgemacht haben, schwamm der Delfin ganz ruhig direkt neben unserem Boot und hob für eine Weile seinen Kopf schräg aus dem Wasser und taxierte uns. Emil „hat sogar sein Loch auf dem Kopf gesehen, was er auf und zu gemacht hat“. Christoph meinte, er hat sich nochmal „die Neuen angeschaut, die keinen Spass verstehen.“ Und dann ist er leider davongeschwommen.







Max machte eine skeptische Bemerkung zum Schlauchboot, ob das jetzt eine gute Idee wäre, damit loszufahren. Hatten wir nicht mehr vor, es war schon abends, nur noch ein paar Knobi-Brote mit Käse überbacken und frisches Brot mit Guakarmole auf den Tisch und dann den Tag ausklingen lassen.
Christophs Gute-Nacht-Geschichte hatte von Emil folgende Vorgaben: „von Kamola (er hat jetzt Guakarmole als sehr schmackhaft entdeckt), der war ein Schlafsack, ein kleiner, der laufen konnte. Ein alter.“ - Christoph machte tatsächlich ein Einschlaf-Geschichtchen draus.
Später schwang sich Max, animiert vom Skipper doch nochmal kurz nach Sonnenuntergang ins Schlauchboot, um Fisch zu kaufen. Ich sah nämlich ein Fischerboot den kleinen Hafen ansteuern und so paddelte Max (der Motor war noch nicht installiert), ausgerüstet mit unserem Funkgerät für alle Fälle und ein paar Euro los, um den Fischern ein wenig von ihrem Fang abzukaufen. Und brachte zwei wunderschöne Exemplare mit, die jetzt erstmal im Kühlschrank verstaut wurden und die wir uns morgen zubereiten werden.

Bin gespannt, wie gut wir schlafen werden. Ab und zu klappert das Geschirr in der Küche, da hier ein wenig Schwell ist.

Freitag, 4. Juli 2014

17. Poole (GB) – Portland (GB)



Der Speck muss weg“
Der zweite Segeltag ohne meinen Vater. Ich vermisse ihn und seinen Rat, werde aber die restliche Crew ab sofort so mit Informationen und Buchvorschlägen zum Thema Segeln zuballern (normale Bellestristik ist nun an Bord nicht mehr erlaubt), dass sie bald in seinen Fussstapfen stapfen können.
Eigentlich sollte es heute nach Cherbourgh, da dafür aber der passende Wind ausblieb und wir mit dem Wind aus dem Dieseltank ein bisschen sparen wollen, haben wir kurz nach dem Ablegen umdisponiert und Portland angesteuert. Ein netter Hafen, der 2012 als Austragungsort der Segelolympiade gedient hat. Nach einem längeren Spaziergang mit den Lütten auf der Suche nach dem versprochenen Spielplatz, haben Max und ich zum Abend noch mal die schnellen Schuhe angezogen und sind losgeflitzt. Das tat gut, zum einen sieht man ein bisschen mehr als nur das Hafengelände und die angrenzenden Spielplätze und zum anderen habe ich beim Laufen Spass, was ich aber immer wieder vergesse.

18. Portland (GB) – Cherbourgh (FRA)
Ähhhh, wozu Strömungskarten?“
Bei ca. 5 Windstärken aus Ost legen wir um 9 Uhr ab. Wir machen flotte Fahrt, ca. 7 Knoten über Grund und sind guter Dinge, dass wir die ca. 60 Seemeilen in rund 10 Stunden schaffen werden. Der Strom im Kanal versetzt uns erst einmal Richtung Osten, so dass wir mit halbem Wind Cherbourgh anliegen können. Und hier beginnt der Fehler des Skippers, anstelle Höhe mitzunehmen für den Fall, dass der Strom mal aus einer anderen Richtung kommt (und das passiert im Kanal alle 6 Stunden) freut sich der Düsbattel über die Rauschefahrt. Nach ca. 30 Seemeilen müssen dann die Segel Stück für Stück dichter genommen werden, bis wir plötzlich nicht mehr Cherbourgh anliegen können, weil nun der Strom mit fast 2 Knoten von Ost nach West schiebt.
PANIK. Der Motor geht kurz an, erscheint dann doch nicht als passendes Gegenmittel bei 5 Windstärken von vorn und geht dann wieder aus. Gibt es eine Alternative auf den Kanal Inseln? Der Kartenplotter, der auch restliche Fahrtzeit anhand der aktuellen Geschwindigkeit zum Ziel berechnet, zeigt zur Halbzeit noch mal 8 Stunden bis Cherbourgh an. Nun werden die Strömungskarten rausgeholt und das nächste Hochwasser von Dover bestimmt. Na ja, aus den 10 Stunden wird wohl nix, vielleicht schaffen wir es ja bis zum Dunkelwerden und wenn wir lange genug draußen bleiben kippt ja der Strom auch wieder, das aber erst zum Abend hin. Genauso kommt es. Wir fahren hart am Wind mit ca. 4 Knoten über Grund Richtung französische Küste und erreichen 23:30 Uhr zum Schluss wieder mit kräftiger Unterstützung des Stroms Cherbourgh. Die Kinder schlafen da schon selig. Max hat sich bei seiner ersten Bewährungsprobe bestens gehalten, Katja hat uns trotz heftigem Seegang ein wunderbares Curry kredenzt, nur der Skipper hat ein bisschen gedüst und gelobt aber Besserung.


Katja: Den Kindern haben wir wegen des Seegangs im Salon mit Leesegeln ein gemütliches Schlafplätzchen gebaut. Die Kugelluke habe ich noch mit einem Handtuch zugehängt und so simuliert, dass die Sonne schon untergegangen ist. Den echten Sonnenuntergang konnten wir kurz vorm Ziel bewundern. Als wir unsere Festmacher bei einem anderen deutschen Segler vertäut hatten, war es inzwischen dunkel.

Hier in Cherbourgh, einer französischen Seglerhochburg, war am nächsten Tag eine Regatta. Viele Boote mit vielen Flaggen und Rahmenprogramm am Kai samt Hüpfburg für die Kinder. Wir legten ob der anstrengenden Tour am Tage davor einen schönen Hafentag ein. Und einen zweiten, der allerdings nicht ganz freiwillig. Unser Nachbar warf Bedenken gegen unsere Pläne ein, zu den Kanalinseln weiterzusegeln, da gerade Springzeit ist (Neumond und deswegen höhere Flut) und sich da unangenehme Kabbelwellen bilden würden.
So bleiben wir noch ein Weilchen hier...